Für welche Kinder und Familien ist das Kleine Riesen Haus geeignet?
Das Kleine Riesen Haus mit der spezialisierten pädiatrischen Anleitungspflege richtet sich an Familien mit schwerst- und chronisch kranken Kindern und Jugendlichen, die Unterstützung auf dem Weg in eine sichere Versorgung zuhause benötigen. Das Angebot ist insbesondere geeignet, wenn Eltern nach einem Klinikaufenthalt vor der Herausforderung stehen, komplexe Pflegeaufgaben übernehmen zu müssen und dafür praktische Anleitung, Wissen und Sicherheit benötigen.
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Wann ist eine Empfehlung für das Kleine Riesen Haus sinnvoll?
Eine Empfehlung kann sinnvoll sein, wenn:
- ein Kind nach einer längeren stationären Behandlung nach Hause entlassen werden soll
- Eltern umfangreiche pflegerische Aufgaben übernehmen müssen
- medizinische Hilfsmittel oder spezielle Versorgungssituationen den Alltag bestimmen
- Unsicherheiten bei der Versorgung zuhause bestehen
- die Familie Zeit und Unterstützung benötigt, um Sicherheit im Umgang mit der neuen Situation zu gewinnen
- kein Pflegedienst vorhanden ist
Das Angebot richtet sich beispielsweise an Kinder und Jugendliche:
- mit Pflegebedarf ab Pflegegrad 1
- mit Beatmung, Tracheostoma oder Sauerstoffversorgung
- mit künstlicher Ernährung (z. B. PEG-Sonde)
- mit neurologischen oder neuromuskulären Erkrankungen
- mit anderen chronischen Erkrankungen
Welche Vorteile bietet das Kleine Riesen Haus für Kliniken und Ärztinnen und Ärzte?
Das Kleine Riesen Haus ergänzt bestehende Versorgungsstrukturen und unterstützt den Übergang von der Klinik in das häusliche Umfeld.
Für Kliniken, Ärztinnen und Ärzte bedeutet das:
- Sicherere Entlassung: Familien werden gezielt auf die Versorgung zuhause vorbereitet.
- Entlastung im Entlassmanagement: Eltern erhalten zusätzliche Zeit und Anleitung, um Pflegeaufgaben zu erlernen.
- Mehr Versorgungssicherheit: Praktische Fähigkeiten und Wissen der Eltern werden aufgebaut und gefestigt.
- Bessere Vorbereitung auf den Alltag zuhause: Familien können Versorgungssituationen außerhalb des klinischen Umfelds erproben.
- Stärkung der häuslichen Versorgung: Die Rückkehr nach Hause wird unterstützt und bestehende Versorgungsstrukturen werden ergänzt.
- Reduktion von Klinikaufenthalten: Durch die spezialisierte pädiatrische Anleitungspflege können Klinikaufenthalte vermieden werden.
Das Kleine Riesen Haus ersetzt keine medizinische Behandlung, sondern schafft eine pflegerische Brücke zwischen Klinik und ambulanter Versorgung.
Wie gelingt die Entlassung aus der Kinderklinik in die Versorgung zuhause?
Die Entlassung eines schwerst- oder chronisch kranken Kindes aus der Kinderklinik ist für Familien oft mit großen Herausforderungen verbunden. Neben der Freude auf das Zuhause stehen Eltern vor der Aufgabe, Pflege- und Versorgungsmaßnahmen im Alltag übernehmen zu müssen.
Viele Familien stellen aber erst im Alltag zu Hause fest, an welchen Stellen sie bei der pflegerischen Versorgung ihres Kindes Unterstützung benötigen. Deshalb muss der Aufenthalt im Kleinen Riesen Haus nicht unmittelbar nach einem Klinikaufenthalt erfolgen – das erforderliche Empfehlungsschreiben für die spezialisierte pädiatrische Anleitungspflege kann auch von der*m behandelnden Kinderärzt*in ausgestellt werden.
Das Kleine Riesen Haus unterstützt Familien in dieser Übergangsphase und bereitet sie gezielt auf die Versorgung ihres Kindes zuhause vor. Somit wird eine Brücke zwischen stationärer Behandlung und dem Leben zuhause gebaut.
Wie erfolgt der Übergang ins Kleine Riesen Haus?
1. Empfehlung während des Klinikaufenthalts oder der*m behandelnden Kinderärzt*in
Gemeinsam mit den behandelnden Fachkräften wird geprüft, welche pflegerische Unterstützung die Familie für den Übergang nach Hause benötigt. Besteht Bedarf an Anleitung und Schulung, kann das Kleine Riesen Haus als nächster Schritt empfohlen werden.
2. Spezialisierte pädiatrische Anleitungspflege
Im Kleinen Riesen Haus lernen Eltern unter fachlicher Begleitung die pflegerische Versorgung ihres Kindes im Alltag. Pflegehandlungen werden praktisch geübt und Fragen für die spätere häusliche Versorgung besprochen.
3. Gut vorbereitet in die häusliche Versorgung
Nach dem Aufenthalt kehrt die Familie mit mehr Sicherheit, Erfahrung und pflegerische Handlungskompetenz nach Hause zurück. Ziel ist es, die Versorgung des Kindes im vertrauten Umfeld nachhaltig zu stärken.
Wie werden die Eltern angeleitet?
Die Anleitung stützt sich auf ein individuelles Schulungskonzept, das bedürfnis- und praxisorientiert ausgelegt ist. Pflegende Angehörige werden schrittweise in die Pflege ihres Kindes eingeführt – angepasst an die Erkrankung und Bedürfnisse der Familie. Erfahrene Pflegekräfte leiten an, beantworten Fragen und geben Sicherheit. Notfallsituationen werden gemeinsam trainiert, bis die Familien sich im Alltag sicher fühlen.
Welche Phasen gibt es?
Es gibt die Überleitungs-, Anleitungs-, Stabilisierungs- und Entlassungsphase.


